Tagung:
Lehrpreise an Hochschulen – ein Beitrag zur institutionellen Lehrentwicklung?

Datum und Ort

Donnerstag, 29. November 2018, 09:30-16:30
Universität Zürich (Aula Gebäude RAA)

Das Thema

Lehrpreise haben sich in den letzten zwanzig Jahren an den meisten Hochschulen des deutschsprachigen Raums etabliert. Prämiert werden Lehrleistungen, beabsichtigt ist eine erhöhte Beachtung der akademischen Lehre.

Jüngere Entwicklungen deuten zudem eine Wirkungsverschiebung von der einzelnen Lehrperson hin zur institutionellen Lehrentwicklung an. So werden denn Lehrpreise auch in verschiedenen programmatischen Papieren zur Entwicklung der Hochschullehre erwähnt. So beispielsweise im Positionspapier des Wissenschaftsrates zu «Strategien für die Hochschullehre» (2017), wo Lehrpreise mit Entwicklungsstrategien der Hochschulen verknüpft werden und die Bedeutung der grossen öffentlichen Aufmerksamkeit bei nationalen Lehrpreisen betont wird.

Lehrpreisverleihung 2017
Greta Patzke (Mitte) erhält von Prorektorin Gabriele Siegert und Rektor Michael Hengartner den Lehrpreis 2017 der UZH. (Bild: Frank Brüderli)

Diese Verknüpfung von Lehrpreisen mit institutionellen Lehrstrategien und Lehrentwicklungen steht denn auch im Zentrum der Tagung. Werden Lehrpreise damit attraktiver? Was bedeutet dies für die Weiterentwicklung der Vergabepraxis? Und können Lehrpreise dieser ihnen zugedachten Funktion überhaupt gerecht werden?

Die Tagung richtet sich insbesondere an Personen, die sich in ihren Hochschulen mit Lehrentwicklung, Lehrstrategien und Lehrpreisen befassen und die Gelegenheit nutzen wollen, mit weiteren interessierten Personen ins Gespräch zu kommen und eigene Überlegungen und Erfahrungen in die Diskussion einzubringen.

Hauptreferate


Prof. Dr. Uwe Wilkesmann

Uwe Wilkesmann

(Prof. Dr., Direktor des Zentrums für HochschulBildung an der TU Dortmund)

Die Wahrnehmung von Lehrpreisen zwischen Anreizen und symbolischem Kapital. Theoretische Überlegungen und ein paar empirische Evidenzen

Ein Lehrpreis kann kein selektiver Anreiz im engeren Sinne sein, da die Höhe der Belohnung nicht an ein Kontinuum der Leistungserbringung gekoppelt ist. Wird er dennoch als extrinsischer Anreiz wahrgenommen? Unter welchen Bedingungen kann er hingegen als symbolisches Kapital wahrgenommen werden? Und besonders: Verändert der Lehrpreis die Wahrnehmung der Wichtigkeit von Lehre? Die vorgetragenen theoretischen Überlegungen werden mit drei repräsentativen Befragungen deutscher Professorinnen und Professoren aus den Jahren 2009, 2011 und 2017 empirisch analysiert.

Homepage

 

Bettina Jorzik

Bettina Jorzik

(Leiterin Programmbereich «Lehre und akademischer Nachwuchs» im Stifterverband)

Von der Ars legendi zum Genius Loci – oder: Inwieweit Lehrpreise eine Brücke von individueller Lehrkunst zu einer institutionellen Lehrkultur schlagen können

In der deutschen Hochschullandschaft gibt es aktuell weit mehr als 100 Lehrpreise, verliehen von Hochschulen, Fakultäten, Fachschaften, Fachgesellschaften oder Ministerien. In der Regel werden damit einzelne Hochschullehrende für individuelle Lehrleistungen ausgezeichnet – nur in wenigen Fällen auch Teams von mehreren Lehrenden. Andererseits besteht im hochschulpolitischen Diskurs weitgehendes Einvernehmen, dass die Qualität der Lehre weniger durch herausragende Lehrleistungen Einzelner bestimmt wird als vielmehr durch das Zusammenwirken aller beteiligten Lehrenden in einem konkreten Studiengang sowie die jeweiligen institutionellen Rahmenbedingungen. Die einzige Auszeichnung, mit denen institutionelle Lehrleistungen von Hochschulen gewürdigt wird, ist der Genius Loci-Preis für Lehrexzellenz, den der Stifterverband und die VolkswagenStiftung seit 2017 jährlich verleihen.

Der Beitrag zeichnet die Entwicklung in Deutschland nach und illustriert am Beispiel des Genius Loci-Preises Bedingungen, Chancen und Grenzen institutioneller Lehrpreise.

Homepage

Ergänzende Kommentare und konkretisierende Beispiele


Christine Böckelmann, Prof. Dr., Direktorin der Hochschule Luzern – Wirtschaft

Andreas Fleischmann, Dr., Leiter ProLehre, TU München

Gerhild Tesak, Leiterin Hochschuldidaktik, Universität Basel

Thomas Tribelhorn, Leiter Hochschuldidaktik und Lehrentwicklung, Universität Bern

 

Organisation der Tagung, Auskünfte und Kontakt


Balthasar Eugster, Universität Zürich, balthasar.eugster@uzh.ch

Peter Tremp, Prof. Dr., Pädagogische Hochschule Zürich, peter.tremp@phzh.ch